Zwischen Torwartnotstand und Getränkemangel: Die Dritte holt einen Punkt 

BW Feldkirch 2 – Herren 3  21:21 (7:10) 

Vergangenen Samstag trafen unsere Männer der Dritten auswärts auf die zweite Garde des BW Feldkirch. Die Vorzeichen waren zunächst alles andere als gut. 

Negativpunkt 1: Kein Torhüter für das Spiel verfügbar. 
Negativpunkt 2: Keine Kaltgetränke beim Abschlusstraining. 

Der findige Leser wird sich jetzt denken: „Oh nein, das kann ja nur eine Klatsche geben.“ – Und ja, genau das dachten alle. 

Doch unsere Dritte wäre nicht unsere Dritte, wenn sie nicht aufgrund jahrelanger Erfahrung immer wieder ein recht solides Improvisationstalent an den Tag legen würde. 

Punkt 1 war schnell gelöst. Nachdem Kreisläufer Daniel Pfadenhauer in der Beachsaison bereits als Torwart brillierte, selbst aber verletzungsbedingt nicht zur Verfügung stand, musste nun halt der nächste Kreisläufer ran. So gab Stephan Burkowski sein Debüt in der Dritten nicht an seiner angestammten Position, sondern eben im Tor. 

Zitat Burkowski: „Ja, bei Pfadi hat das doch super geklappt. Ich glaub, wir Kreisläufer können einfach jede Position spielen. Nur die Verletzung lasse ich glaub weg.“ 

Nach dem Training stand ein Torwarteinsatz von Burkowski allerdings noch einmal auf der Kippe. Im ernsten Vier-Augen-Gespräch mit Coach Casas fielen Sätze wie: „Alter, ich lass mich das ganze Training von euch abschießen und wir haben nicht mal Spaßgetränke da? Das ist eine Frechheit.“ 

Womit wir bei Problem Nummer 2 wären: fehlende Motivationsgetränke aufgrund eines Missmanagements des zuständigen Getränkewarts. 

Doch auch dieses Problem konnte – zumindest teilweise – gelöst werden. Da der erfahrene Ex-Teammanager Gmünder bereits häufiger mit besagtem Getränkewart zusammengearbeitet hatte, konnte er diesen Missstand quasi schon im Voraus riechen und hatte zuhause noch die letzten Reserven isotonischer Getränke zusammengekratzt. Somit war Burkowski doch noch bereit, am Samstag zwischen den Pfosten auszuhelfen. 

Das Spiel selbst startete pünktlich und blieb zunächst torlos. Erst in der 5. Minute eröffneten die Gastgeber mit dem 1:0 den Torreigen, welches nur wenige Sekunden später durch einen Treffer von Daniel „Björni“ Felcini beantwortet wurde. 

In früheren Berichten wäre an dieser Stelle vermutlich von einem fröhlichen wechselseitigen Torewerfen die Rede gewesen. Doch die erste Halbzeit blieb erstaunlich torarm und endete mit 7:10. 

Grund dafür waren vor allem eine sehr starke Weingartner Abwehr und ein gut aufgelegter Stephan Burkowski im Tor – wohlgemerkt nicht am Kreis. Burkowski konnte in der ersten Hälfte grob geschätzt ungefähr 60 Prozent der gegnerischen Würfe abwehren und entschärfte zusätzlich zwei Siebenmeter. 

Weshalb allerdings seitens unserer Dritten lediglich zehn Tore erzielt wurden, wird momentan noch analysiert. Vermutet wird eine Mischung aus Verwunderung über die Torhüterleistung und Frustration aufgrund der fehlenden Kaltgetränke im Training. 

Die zweite Halbzeit verlief dann etwas torreicher. Die Gastgeber kamen immer näher heran. Zwar konnte unsere Dritte die Führung lange behaupten, doch Feldkirch schaffte es in der 59. Minute schließlich, den Ausgleich zum 20:20 zu erzielen. 

Weingarten verdattelte den darauffolgenden Angriff und Feldkirch nutzte diesen Umstand gnadenlos aus. Bei einer Spielzeit von 59:30 trafen die Gastgeber zur 21:20-Führung. 

Auszeit Weingarten. 

Torhüter raus, vorne mit sieben Feldspielern agieren. Der Plan ging eigentlich nicht auf. Doch irgendwie landete der Ball trotzdem noch einmal bei Björni, welcher diesen mit der geballten Erfahrung eines 47-Jährigen ins gegnerische Tor beförderte. 

„Es war, als ob Mark Gmünder diesen Wurf angebracht hätte“, so die Stimmen aus dem Publikum nach dem Spiel. 

Daraufhin ertönte die Schlusssirene und das Spiel endete 21:21. 

Die Frage, ob es sich dabei um einen gewonnenen oder einen verlorenen Punkt handelt, wird wohl nicht endgültig beantwortet werden können. Dafür lässt sich aber folgendes Fazit ziehen: Die Abwehr steht. Der Angriff muss noch etwas üben. 

Positiv zu erwähnen bleibt außerdem, dass Bögelein bereits jetzt mehr Tore vorweisen kann als in der gesamten vergangenen Saison. 

Und auch folgende Erkenntnis dürfte für die weitere Saison von Bedeutung sein: Kreisläufer kann man offensichtlich auf jede Position stellen. Zitat Bögelein: „Stephan hat in einem Spiel mehr Tore gehalten als die anderen Torhüter in der ganzen laufenden Saison“. Vermutlich wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn die Motivation am Donnerstag nicht kurzzeitig einen Knick bekommen hätte. Stichwort: Motivationsgetränke. 

Die Dritte ist jedenfalls heiß auf die weitere Saison. Man darf sicherlich gespannt sein, welche Spieler in Zukunft auf welchen Positionen gesichtet werden. Und vor allem bleibt die Frage offen, ob der Getränkewart aus diesem Spiel die richtigen Lehren gezogen hat. 

Für den TVW spielten: 

Burkowski (Tor), Felcini (7), Gmünder (4), Rauch, Bögelein (5), Jahn, Casas, Stieger (1), Zubanovic (1), Crönert, Richter (3)